Die am Ort vorgefundenen Qualitäten sind der Ausgangspunkt für die Architektur. Der bestehende Obstgarten wird mit einer Mauer aus Recycling-Stampfbeton gefasst und wird so zum geschützten, gemeinsam nutzbaren Aussenraum für die Bewohnerinnen und Bewohner. Alle Wohnungen öffnen sich zu diesem Garten über eine bewachsene Laube. Das innenliegende Treppenhaus mit Lift bildet den Kern des Grundrisses. Sechs Wohnungen unterschiedlicher Grösse (von 2 ½ bis 5 ½ Zimmer) sind darum herum gelegt und haben Fenster in jeweils mindestens drei Himmelsrichtungen. Jede Wohnung hat Aussicht in den Jura – das gesamte Panorama präsentiert sich auf der Gemeinschafts-Dachterrasse. Blickbezüge durch die Wohnung nach aussen eröffnen sich in den Westwohnungen über das mit einer Schiebetür von der Küche getrennte Zimmer, in den Ostwohnungen über die Übereckbeziehung von Wohnzimmer und Essküche.
Das Gebäude wurde in Holzelementbauweise erstellt. In nur vier Tagen konnte der Holzbau auf dem Untergeschoss um das Treppenhaus aus Recyclingbeton aufgerichtet werden. Bis auf die Fenster sind alle Aussenflächen in unbehandeltem Holz ausgeführt. Die sägerohen, konisch geschnittenen Weisstannenlatten geben der Fassade eine feine Struktur, welche sich im abgewitterten und verfärbten Zustand noch verdeutlichen wird. Die horizontalen Brandschutzschürzen zeichnen die Geschossigkeit nach, sind Träger der Schiebeladenführung und schützen die weit aussen liegenden Holzfenster vor der Witterung.
Der Ausbau besteht aus gesunden und ökologischen Materialien. Wände und Decken sind mit Gipsfaserplatten verkleidet und mit mineralischer bzw. Leim-Farbe gestrichen. Die Böden in den Nassräumen sind in dunkel eingefärbtem und geöltem Anhydrit, in allen anderen Räumen in Eichenparkett ausgeführt.
Das Gebäude erfüllt den Minergie-P-ECO Standard. Die zentrale Lage und die Nähe zu allen alltäglichen Einrichtungen und dem Naherholungsgebiet an der Aare ermöglicht zudem eine umweltschonende Mobilität. Zusammen mit dem niedrigen Erstellungs- und Betriebsenergieverbrauch des Gebäudes sind so die Voraussetzungen für einen 2000-Watt-Gesellschaft-kompatiblen Lebensstil gegeben. Eine hohe Wohnqualität für unterschiedliche Lebensphasen und -modelle zu moderaten Kosten – bei möglichst geringer Umweltbelastung – war das Ziel dieses in allen gesellschaftlichen Bereichen nachhaltigen Projektes.
Ort: Freihofweg 9, Aarau
Auftraggeber: privat
Projektierung und Realisierung: 2008-2010
Bezug: 1.10.2010
Nutzungen GF SIA 416: 851 m2 (1 Atelier, 6 Wohnungen)
Energiestandard: Minergie-P-ECO (AG-001-P-ECO)